Der Railsync-Bus bei grossen Arrangements

 

Autor:
Thomas Michael Müller

0. Inhaltsverzeichnis und Zweck dieses Textes *

1. Was man zum Verständnis wissen sollte *

2. Zahlenakrobatik *

Bei grossen Arrangements muss die Verteilung des Railsync-Signals geplant werden, um nicht Ausfälle (plötzlich lässt sich eine Lok nicht mehr steuern) und andere Überraschungen zu erleben. Dieser Text soll helfen, die Verteilung des Railsync-Signals zu verstehen und damit richtig planen zu können.

 

Bei grossen Arrangements verdient die LocoNet-Verkabelung besondere Beachtung

In ihr sind die Steuersignale für die Booster, das so genannte "Railsync-Signal" und die Befehlsübermittlung von den Handreglern, das so genannte "Peer_to_peer_net" vereint.

Im FREMO wird der Begriff "Loconet" nur für das Befehlsübermittlungsnetz benutzt, während Digitrax, der Erfinder des Loconet™, das Wort für die gesamte Verkabelung benutzt.
Um Unklarheiten vorzubeugen, werde ich den Begriff "Loconet-Verkabelung" für das Ganze und "Peer-Net" ( liegt auf den Kontakten 3 und 4 des Westernsteckers) für die Befehlsübermittlung verwenden und das Wort "Loconet" vermeiden.

 

Railsync Signal

Das Railsync Signal besteht aus zwei Rechtecksignalen, die entgegengesetzte Phasenlage aufweisen. Die Spitzenspannung beträgt ca 13 bis 14 V, gemessen gegen signal ground (= Masse), die Frequenz liegt bei ca 10 KHz (bei der kurzen Pulsdauer). Das Signal A liegt an Kontakt 1, das Signal B an Kontakt 6 des sechspoligen Westernsteckers an. Signal ground liegt auf Kontakt 2 und auf Kontakt 5 des Westernsteckers.

Die Information, die das Railsync-Signal von der Zentrale zu den (Fahrstrom-)Boostern trägt, wird durch zwei verschieden lange Pulsdauern dargestellt. Im oberen Diagramm werden z.B. 3 Nullen (lange Pulsdauer) und dann 7 Einsen (kurze Pulsdauer) übertragen.

Aus dem gleichgerichten Railsync-Signal kann eine Gleichspannung gewonnen werden. Immer eines der beiden Signale ist positiv und kann über je eine Diode zum Pluspol eines Speicherkondensators geleitet werden. Das andere Signal ist im gleichen Moment negativ und kann über eine andere Diode zum Minuspol des Speicherkondensators geleitet werden. Der Speicherkondensator liefert dann eine unterbrechungsfreie Gleichspannung.

 

Um arbeiten zu können, brauchen die Handregler eine Spannungsversorgung. Dafür gibt es prinzipiell drei Möglichkeiten:

Lösung c) wurde bisher im FREMO verwendet und stellt sich auch bei einer Betrachtung der Alternativen als die beste Lösung heraus.

Das Railsync-Signal wird in der Zentrale erzeugt und wird über Schutzwiderstände an die Westernbuchsen abgegeben..

Versucht man, das Railsync-Signal stärker als vorgesehen zu belasten, so fällt seine Spannung unter den für den Betrieb nötigen Wert.

Beim Digitrax DCS100 kann man etwa 8 FRED's und ca 2 Spax-Booster betreiben.

Die Intellibox bietet ein etwas stärkeres Railsync-Signal.

Ein Railsync-Bereich ist ein Abschnitt einer Modelleisenbahnanlage, dessen LocoNet-Verkabelung von einem Railsync-Ausgang gespeist wird.

Da ein Railsync-Ausgang mehrere Booster und mehrere FRED's ( über LN-Boxen) speisen kann, enthält ein Railsync-Bereich mehrere Booster-Bezirke.

 

 

Aus der Beschränkung auf die Leistungsfähigkeit des Railsync Ausgangs der Zentrale allein kann man eine Definition für ein "kleines" FREMO-Treffen ableiten:

Bei einem "kleinen" Treffen werden die FRED's und Booster allein vom Railsync-Signal der Zentrale gespeist.

(Link zum Bild "Kleines_Treffen4_150.gif)

Ein kleines Treffen hat also nur einen "Railsync-Bereich".

Für grössere Treffen muss das Railsync-Signal verstärkt, das verstärkte Signal auf mehrere Railsync-Bereiche aufgesplittet und dann verteilt werden.
Auf den ersten Blick ist die doch etwas aufwendige Verstärkung des Railsync-Signals aus Gleichspannung blödsinnig, denn 90 % davon werden in den FRED's wieder in Gleichspannung zurückverwandelt.

Aber mit diesem Umweg gelingt es, den entscheidenden Parameter für ein FREMO-Treffen, den Aufbauaufwand, klein zu halten und mit einem einzigen Loconet-Verkabelungs-Netz für die Steuerung der Booster und die Versorgung der Handregler auszukommen.

Zur Verstärkung und Splittung bieten sich zwei Wege an:

Ein derartiger Railsync-Booster existiert schon als Musteraufbau und hat beim Rhein-Main-Neckar-Treffen 2001 seine Bewährungsprobe bestanden. Zur Zeit wird die Schaltung optimiert und ein neuer Platinenentwurf erstellt. Er hat einen Eingang und vier Ausgänge, die die gleiche Leistung haben wie ein DCS100 Railsync-Anschluss (47 Ohm Innenwiderstand, ergibt etwa 8 bis 10 FREDs und zwei Spax-Booster).

Es gibt zwei Möglichkeiten, den Leistungsumfang dieses Boosters zu erhöhen:

Die Spannungsversorgung erfolgt durch einen Trafo 16 V, 1,5 A.

Mit 4 solcher Railsync-Booster (ohne Zusatzplatinen und ohne Leistungsumfangssteigerung) könnten theoretisch bis zu 128 FRED's und 32 Booster ernährt werden. Damit ist auch die Leistungsfähigkeit einer DCS100-Zentrale, was die maximale Anzahl der Züge angeht, erschöpft.
Da bis zu 8 dieser Railsync-Booster an den Railsync-Ausgang einer Zentrale angeschlossen werden können, kann die Loconet-Verkabelung grosszügig in bezug auf die Railsync-Leistung aufgebaut werden.

Man kann die Railsync-Bereiche kleiner machen, so dass sie im Normalfall weniger als die maximale FRED-Zahl speisen und damit mit Spitzenbelastungen, plötzlich viele FRED's zu versorgen, fertig werden.

Man kann einem grossen Bahnhof auch mehrere Railsync-Bereiche geben, z.B. einen für die Booster und ein bis drei weitere für LN-Boxen)

Bei der Verwendung von einem Railsync-Booster würde ich von einem "mittleren" FREMO-Treffen sprechen.

(Link zum Bild "Mittleres_Treffen4_150.gif")

Bei der Verwendung von mehr als einem Railsync-Booster würde ich von einem "grossen" FREMO-Treffen sprechen.

(Link zum Bild "Grosses_Treffen4_150.gif")

 

Anmerkungen zu den Bildern:

Treffen, die darüber hinausgehen, benötigen sowieso mehr als eine Zentrale und sind dann im Bereich der zwei-Chief-Lösung
(Link zu "Zwei Chiefs in Kassel, HP1 2-3 2000.htm", von Reinhard Müller)

 

Damit lässt sich der maximal erzielbare Strom aus Railsync ( und damit die Zahl der FRED's und Booster) berechnen.

Dabei hat die Erfahrung vergangener Treffen gezeigt, dass ein Spax-Booster pro 4 FRED's notwendig ist.

Da der Lenz-Booster mehr Leistung an der Fahrstrom-Seite hat, kann man etwa einen Lenz-Booster pro 6 ( bis 8) FRED's rechnen.

 

I = (13,4 - 7 -1) V / 47 Ohm = 115 mA

Man kann also
8 FRED's und zwei Lenz-Booster ( 8 * 12 mA + 2 * 10 mA= 116 mA ) oder
9 FRED's und zwei Spax-Booster ( 9 * 12 mA + 2 * 5 mA = 118 mA )
an einen DCS100 Railsync Ausgang hängen.

 

ein Ausgang von vieren :

I = (15,0 - 7 -2) V / 47 Ohm = 127 mA

9 FRED's und zwei Lenz-Booster ( 9 * 12 mA + 2 * 10 mA= 128 mA ) oder
10 FRED's und zwei Spax-Booster ( 10 * 12 mA + 2 * 5 mA = 130 mA )

 

ein Ausgang von sieben bei 7fach RSCLD

I = ( 14,0 - 7 - 2) V/ 27 Ohm = 185 mA

Man kann also
13 FRED's und drei Lenz-Booster ( = 186 mA ) oder
14 FRED's und vier Spax-Booster ( = 188 mA )
an einen RSCLD-Railsync Ausgang hängen.

 

zur  Startseite